Hans-Joachim Koenen
Die Schüffeler Heide
Teilung der Gemeinheiten
im Dorf Gelsenkirchen und Umgebung im 18. und 19. Jahrhundert

soeben erschienen

Die „Gemeinheit“ oder „gemeine Mark“ bildeten alle Fluren außerhalb der Ackergrundstücke. Dieses von allen Bauern genutzte Land lieferte ihnen das nötige Bau-, Möbel- und Brennholz. Das Hornvieh wurde hier zur Weide und die Schweine zur Mast getrieben.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Gemeinheiten immer mehr eingeengt und verkleinert und durch übermäßige Inanspruchnahme, in einen heideähnlichen Zustand versetzt. So entstanden z.B. die „Schalker Heide“ und in Ückendorf die „Schüffeler Heide“.

Um auch diese heruntergekommenen Restflächen zu nutzen, begann man unter dem preußischen König Friedrich II. im 18. Jahrhundert mit deren Aufteilung. Das ganze Verfahren wurde staatlich streng reguliert. Die königliche „Gemeinheitsteilungsverordnung“ von 1769 ist in einem Anhang komplett reproduziert.

Für das neue Heft hat der Gelsenkirchener Heimatforscher Hans-Joachim Koenen die noch vorhandene Teilungsakten im Stadtarchiv ausgewertet und mit den zugehörigen Karten aus dem Landesarchiv in Münster zusammengestellt.

Mit seinen erklärenden Texten macht der Autor die reichhaltigen Details aus Originaldokumenten für jeden verständlich und lässt vergangene Zeiten lebendig werden. Zeitgenössische Landkarten machen die Aufteilung der Ländereien deutlich, teilweise mit farblichen Kennzeichnungen durch den Autor. In Ausschnitten aus aktuellen Stadtplänen hat Herr Koenen die Lage der alten Gemeinheiten im heutigen Stadtbild eingezeichnet.

Das Ganze ist aufgelockert durch zahlreiche Zitate und Illustrationen. Dazu zählen auch königliche Urkunden mit der Unterschrift Friedrichs des Großen. Zum Teil sind Urkunden fotografisch abgebildet und Abschriften im gedruckten Text gegenüber gestellt.

Teilungen im 18. Jahrhundert

Schon im frühen 20. Jahrhundert hatten sich zwei Gelsenkirchener Heimatkundler Artikel über die Teilung der Schüffeler Heide in Ückendorf (1775/1776) veröffentlicht: der Lehrer Josef Lichte Anfang 1904 und der „Pfleger für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer“ Reinhold Grasreiner im April 1929. Beide Artikel sind hier nachgedruckt.

 
Reinhold Grasreiner war 1927 Gründungsmitglied des Heimatbundes und ist nach wie vor einer der bedeutendsten Heimatforscher unserer Stadt.
 
„GRASREINERS SCHATZKISTE“, eine regelmäßige Rubrik in unserem Magazin „Emscher Zeitung“, macht die interessantesten Texte dieses vielseitigen Autors einem breiten Publikum wieder zugänglich.
 

Die Teilungen verschiedener „Gemeinheiten“ und „Hudschaften“ im Dorf Gelsenkirchen und in den umliegenden Bauerschaften im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts werden behandelt und die Akten auszugsweise nachgedruckt.

Hier geht es u.a. um den Bulmcker Bruch und den Mehringbruch, die Schalker Heide und Schalker Vöhde, und die Heßler Mark. Auch die Teilungen der Gemeinschaften „Wiehagen“, „die Wiese“ und „die Ahe“ im Dorf Gelsenkirchen.

Emscherbrücher Wildpferde im „Grimberger Sundern“

Der Sundern war ein Waldgebiet in der Braubauerschaft nördlich der Kleinen Emscher. Hier lag die Grenze zwischen der Grafschaft Mark im Süden und dem Vest Recklinghausen im Norden. Zur Zeit der Teilung streunten hier noch die Emscherbrücher Wildpferde in freier Wildbahn.

 
„Als die Teilung beendet war, waren auch die Wildpferde verschwunden.“

In einem Anhang wird ein Artikel
von Dr. K. W. Niemöller nachgedruckt,
der vom Ende der Wildpferde berichtet.
 

Um die Jahrhundertwende wurde im „Grimberger Sundern“ ein großer Park, der „Bismarckhain“, errichtet und nach dem Zweiten Weltkrieg der Ruhrzoo.